Von Dashain zu den Lichtern von Tika
Tika • Tihar • Deepawali • Yama Panchak 2023 in Kathmandu. Foto: © Prajola Thapa
Fünf Tage, fünf Gottheiten
Dashain, das längste und wichtigste Festival in Nepal, markiert den Beginn einer festlichen Periode. Ähnlich wie bei uns in der Weihnachtszeit, dauert es nicht lange bis zum nächsten Fest: Das Lichterfest Tika folgt unmittelbar auf Dashain.
Das Fest wird oft auch als Tihar, Deepawali oder Yama Panchak bezeichnet, während Tika eigentlich nur der dritte Tag des Festivals ist. Tika leitet sich von dem roten Punkt ab, den die Menschen auf ihre Stirn setzen, als Segen und als Schutz vor Bösem.
Als zweitgrößtes hinduistisches Festival, fällt es je nach Jahr in den Oktober oder November. Gefeiert wird zu Ehren von Yama, dem Gott der Unterwelt. Auch Laxmi, der Göttin des Wohlstands, wird gefeiert. Mit der Verehrung von Krähen, Kühen, Hunden und Ochsen drücken die Menschen ihre Wertschätzung für Tiere aus.
Laxmi und der Tanz in den Wohlstand
Während des Tihar-Festivals erstrahlt Nepal in einem schillernden Lichtermeer. Häuser und Tempel werden mit bunten Girlanden und Lichterketten geschmückt und überall flackern Butterlampen.
Die 5 Tage von Tihar
Die Verehrung der Krähen
Am ersten Tag werden Krähen verehrt. Damit sie aufhören zu Krächzen – das symbolisiert nämlich Trauer – werden auf den Dächern Süßigkeiten für sie ausgelegt.
Hunde als Boten des Todes
Der zweite Tag ist den Hunden gewidmet. Sie gelten als Boten des Todes. Um den Gott Yamraj milde zu stimmen, werden sie mit Blumengirlanden und Tika geschmückt und mit Leckerlis verwöhnt.
Das ist Kushi während der diesjährigen Feierlichkeiten. Kushi bedeutet so viel wie glücklich – und das ist sie auch. Foto: © Prajola Thapa
Verehrung der Kühe und viel Licht für Laxmi
Der dritten Tag gehört den Kühen. Sie werden als Symbole des Wohlstands verehrt. Am Abend des 3. Tages wird die Göttin Laxmi mit Tänzen, zahllosen Lichtern und bunten Mandalas vor den Häusern und Tempeln willkommen geheißen. So soll Lakshmi ins Haus geführt werden – sie folgt freilich nur dem buntesten und kunstvollsten Mandala und den schönsten Tänzen.
Ochsen als unverzichtbare Helfer
Im Frühjahr 2023 in den Straßen von Kathmandu. Foto: © Janine Beck
Der vierte Tag ist den Ochsen gewidmet. Sie gelten als unverzichtbare Helfer in der Landwirtschaft und das muss gewürdigt werden.
Bhai Tika – Das Fest für Geschwister
Am fünften Tag wird schließlich Bhai Tika gefeiert. Brüder erhalten von ihren Schwestern Tika auf der Stirn und werden mit Blumengirlanden, Süßigkeiten und guten Wünschen beschenkt. Die Brüder bedanken sich dafür mit Geldgeschenken.
Die Girlanden bestehen aus der Makhamali-Blume. Sie verwelkt nicht so schnell, was den Wunsch der Schwester symbolisiert, dass ihr Bruder ein langes Leben haben soll. Foto: © Anushka Sharma via Unsplash
Tihar in Nepal ist nicht nur ein Festival, sondern eine Reise durch die tiefe Verbindung zwischen Mensch, Natur und Spiritualität. Die festlichen Rituale, die gemeinschaftliche Atmosphäre und die vielfältigen symbolischen Handlungen machen Tihar zu einem einzigartigen Erlebnis, das die Menschen in Nepal vereint. Ich muss wohl nächstes Jahr zwei Mal nach Kathmandu.
Die magische Dekoration - Rangoli: Neben Lichtern und Laternen ist Rangoli ein fester Bestandteil der Festdekoration. Dies sind kunstvolle Muster, die aus gefärbtem Reismehl oder Blütenblättern hergestellt werden. Sie symbolisieren Schönheit und Wohlstand und sind ein visuelles Highlight während des Festivals. Foto: © Prajola Thapa
Jenseits der Stirn: Die Bedeutung von Tika
Foto: © Saga Areng via Unsplash
Die Tika ist eine traditionelle rote Markierung, die während hinduistischer Festivals auf der Stirn platziert wird. Dieser symbolische Akt hat verschiedene Facetten:
Segen und Schutz: Die Tika repräsentiert einen Segen und bietet Schutz. Während des Festivals wird die Tika von älteren Familienmitgliedern oder Priestern auf die Stirn der Menschen aufgetragen. Es symbolisiert den Wunsch nach Wohlstand, Glück und Schutz vor negativen Einflüssen.
Spirituelle Verbundenheit: Die Tika soll eine Verbindung mit göttlichen Kräften herstellt. Die rote Farbe repräsentiert oft das Blut der Opfertiere und symbolisiert opferbereite Hingabe an die Göttlichkeit.
Familienbande und Gemeinschaft: Das Auftragen der Tika ist oft ein familiäres Ritual und soll die familiären Bindungen stärken. Verwendet wird eine Mischung aus Joghurt, Reis und roter Farbe.
Wohlstand und Glück: Die Tika wird auch als Zeichen des Wohlstands betrachtet. Rot steht für Reichtum und Fülle. Indem man die Tika aufträgt, hofft man auf ein gutes und erfolgreiches Jahr mit Segen und Glück.
Kulturelle Tradition: Die Tika ist ein fester Bestandteil der hinduistischen Kultur und wird während verschiedener religiöser und kultureller Anlässe verwendet. Sie ist nicht nur ein ästhetisches Element, sondern hat tiefgreifende kulturelle und religiöse Bedeutung.
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